Geschichte

Nach langem Hin und Her zur Frage, welches Pachtsystem im Kanton St. Gallen anzuwenden sei – Patentjagd oder Revierjagd – wurde in den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts in einer Volksabstimmung das Revierjagd-Pachtsystem eingeführt. Seither organisiert der Kanton St. Gallen wie andere Mittellandkantone seine Jagd nach diesem System. Damit wurde auch das Jagdrevier Wilket-Reitenberg mit einer Fläche von fast 2000 ha gegründet. Es umfasst das ganze Gebiet der damaligen Gemeinde Brunnadern und einen grossen Teil von Mogelsberg (heute Gemeinde Neckertal).
Die kleinräumig strukturierte Landschaft mit vielen Hügeln, Tobeln, Böschungen und Hecken bietet den Wildtieren vielfältige Lebensräume. Am wohlsten fühlt sich das Reh in diesem Landschaftstypus – es stellt demnach die am meisten verbreitete und am meisten erlegte Wildart in diesem Revier dar. Im Gebiet der Wilkethöchi ist auch ein kleiner Bestand des Gamswildes beheimatet. Der majestätische Rothirsch kommt bisher nicht als Standwild vor. Häufigstes Raubwild ist der Rotfuchs. Seit einiger Zeit ist auch der Luchs in diesem Revier aktiv.
Die vielfältigen Aufgaben der Jagdgesellschaft sind aufwendiger geworden. Es geht nebst der traditionellen Bestandesreduktion immer mehr auch um Massnahmen der Wildschadenverhütung und der Erhaltung und Wiederherstellung natürlicher Lebensräume in enger Zusammenarbeit mit Naturschutz und Forst. Die Jägerschaft versucht auch, nach Möglichkeit Lösungen zu suchen, wie Störungen des Wildes im Wald durch Freizeitaktivitäten vermindert werden können. Mit grossem Einsatz widmet sich die Jagdgesellschaft der Öffentlichkeitsarbeit, vor allem auch bei den Jugendlichen.
Alle diese verschiedenen Aufgaben werden zur Zeit von 13 Pächtern des Reviers Wilket-Reitenberg ausgeführt. Sie tun dies nach überlieferten Grundsätzen der Waidgerechtigkeit:

„Das ist des Jägers Ehrenschild,
dass er beschützt und hegt das Wild,
waidmännisch jagt, wie sich`s gehört,
den Schöpfer im Geschöpfe ehrt!“

Dem Verfasser dieses Textes gebührt ein grosser Dank, er  war langjähriger Pächter und Obmann der Jagdgesellschaft Wilket- Reitenberg.